Monika Oppenauer

Schon als ich vor 25 Jahren in Düsseldorf und London lebte, schrieb ich Briefe, ellenlang und anscheinend mit einigem Unterhaltungswert. Nach meiner Rückkehr, berufstätig und seit 93 Mutter (und Vater), verkürzte ich meine Statements über Gott und vor allem die Welt auf ein bis zweiseitige Gedichte und Liedertexte, deutsch und englich (mittlerweile gibt es auch manches "interlinguistische Wortspiel"). Ich bin beruflich im Beamtentum "aufgewachsen", aufgrund der mir jedoch nicht gelingen wollenden Mutation zu ebendiesem musste ich nach fast 10 Jahren das Handtuch werfen und wurde Büroallrounderin in der Privatwirtschaft. In den letzten Jahren verhinderte die Wirtschaft im Privaten einen erfolgreichen Businessauftritt, und ich suchte letztes Jahr eigentlich einen Job in einem Büro, als mein Bewerbungstrainer meinte, ich sollte doch meine Texte veröffentlichen und/oder Lesungen halten. Ersteres habe ich noch nicht geschafft. Es ist ein witziges Gefühl, mit 46 Jahren "Nachwuchskünstlerin" zu sein....