
Barbara Zeman:
Beteigeuze
dtv, 2024
ISBN: 978–3‑423–28415‑8
304 S. | € 24,70
Rezension: Katrin Oberhofer
Ich liebe ja Bücher mit sprechenden Namen, das sei einmal vorweggeschickt, die Heldin Theresa Neges trägt die Verneinung im Namen, mit Ebner Felder, Linde, Birke finden sich noch einige Personen, über deren Namen man nachdenken kann.
Es gibt aber noch viel mehr, was man an dem Buch lieben kann: Zuerst einmal, die sprachliche Anmut, ein anderes Wort fällt mir nicht ein. Das genau Hinschauen auf einzelne Worte, bis hin zur Ethymologie von Beteigeuze inklusive arabischer Schrift, unter Verzicht von Transliteration des Originalworts – ehrlich, sowas erfüllt mein Sprachnerdherz mit Freude.
Und da sind wir schon beim namensgebenden Stern – über den denkt Theresa viel nach, genauso über das wachsende Myom in ihrer Gebärmutter, ihre Beziehung zu Josef und dessen Verhältnis zu Wera, die aus Warschau hereinschneit und in der gemeinsamen Wohnung einquartiert wird.
Schauplatz ist Wien, wo Theresa ab und zu in einem kleinen Lokal kellnert, die Dialoge zwischen den Leuten dort finde ich großartig aus dem Leben gegriffen.
Beteigeuze begleitet sie durch all die verschiedenen Situationen, sie versucht in der Astronomie, in den schwer erfassbaren Dimensionen der Galaxien, Metaphern für ihr Leben zu finden, in dem sie sich zunehmend an den Rand, ins Verschwinden gedrängt sieht.
Trotzdem steht am Ende ein hoffnungsvoller Ausblick, sie meint, bald einen neuen Stern am Himmel zu erkennen. Der eigentliche Star in diesem Buch ist die Sprache, von der ich hingerissen bin.
Lest das bitte ❤️💫✨💫❤️
Randnotiz an alle Verleger:innen auf den Fotos – warum jedes Buch ein Lesebändchen braucht 😻




Katrin Oberhofer
Aufgewachsen in Maria Saal, lebt mit ihren liebsten Menschen in Wien. Studium der Sozial- und Kulturanthropologie und Philosophie, Ausbildung zur Schreibtrainerin am writers’ studio.
Mehr Buchrezenzsionen (und Katzen) gibt es unter @writing_and_cats
