Celeste Ilkanaev ist seit 2024 im Redaktionsteam des & Radieschen und betreut/ moderiert auch die Sonntags-Lesungen im Café Anno. Außerdem ist sie Autorin der Kolumne “alltagstauglich”.
Kategorie: blog
Das genaue Hinschauen macht den Unterschied
Die berühmten W‑Fragen (Wer, Was, Wann, Wo, Wie – manchmal und idealerweise ergänzt um das Warum) sind die Grundausstattung journalistischen Arbeitens. Dabei wurden sie ursprünglich noch nicht einmal vom Journalismus erfunden, sondern in der Antike …
Editorial zu Tür & Angel
Zwischen Tür und Angel noch den letzten großen Schluck meines ersten Kaffees am Morgen trinken. Nochmal meine chaotischen Taschen checken, ob ich meinen Schlüssel dabeihabe, nur um zu merken, dass es nicht so ist und ich nochmal zurückrennen muss. …
Schreiben als Ressource
In einer Welt, die auf Geschwindigkeit, Reizüberflutung und permanente Kommunikation setzt, wirkt Schreiben beinahe anachronistisch. Und doch entfaltet es gerade darin seine eigentliche Kraft: Es verlangsamt dich, verdichtet deine Wahrnehmung und eröffnet Räume, in denen Denken erst möglich wird. Wenn du schreibst, hältst du inne – und genau in diesem Innehalten beginnt bereits der Prozess des Verstehens.
[REZENSION:] “Tanzen im Kopf” von Zdenka Becker
Es ist eine warmherzige Geschichte, die Zdenka Becker erzählt, gleichzeitig wird nichts beschönigt. Vor allem aber wird aufgezeigt, wie die Zusammenarbeit von Pflegenden aus dem Ausland und Angehörigen im Idealfall stattfinden könnte.
[REZENSION:] “Beteigeuze” von Barbara Zeman
Es gibt aber noch viel mehr, was man an dem Buch lieben kann: Zuerst einmal, die sprachliche Anmut, ein anderes Wort fällt mir nicht ein. Das genau Hinschauen auf einzelne Worte, bis hin zur Ethymologie von Beteigeuze inklusive arabischer Schrift, unter Verzicht von Transliteration des Originalworts..
Schreiben übers Schreiben
Gibt es etwas Schöneres, aber auch etwas Schwierigeres? Wer schreibt, tut es meist einfach, überlegt nicht lange, sondern setzt sich hin und füllt das (virtuelle) Blatt Papier mit Zeichen, Buchstaben, Gedanken, Geschichten, Gedichten, Lust und Leidenschaft. Ob was G’scheites dabei herauskommt oder nicht, ist im ersten Schritt sekundär – Hauptsache, man tut es. Oder?
Editorial zu KI & KO
Vor kurzem hat Leykam – der älteste Verlag Österreichs – bekanntgegeben, »aus wirtschaftlichen Gründen« keine neuen Projekte im Bereich Literatur und Kinderbuch mehr realisieren zu wollen. Anderswo werden die Programme an »neue, plattformaffine Zielgruppen« angepasst, wie etwa der Ullstein Verlag verlautbart hat. Besucht man die große Morawa-Filiale in Graz, findet man die Zitronenseife schneller als die Empfehlungen aus dem Feuilleton, und was auf die Büchertische kommt, wird ohnehin längst auf TikTok entschieden.
[REZENSION:] “Eine Geschichte in Weiß” von Barbara Deißenberger
Minna und Valerie leben beiden am Stadtrand von Wien, nahe der Lobau, beide vereint die Liebe zur Natur. Während Minnas Tochter schon erwachsen ist, als sie sich kennen lernen, ist Valerie noch neu in ihrer Mutterrolle und am Rande der Erschöpfung. Doch beide finden eine neue Passion. Minna in der Pflanzenmalerei, Valerie in ihrem Aktivismus, um die Lobau vor dem Bau des Lobautunnels zu bewahren.
[Rezension] “MEIN PAPA IST KEIN MÖRDER” von Christine Hubka und Lukas Vogl:
In dem Grafic Novel “Mein Papa ist kein Mörder” geht es nicht nur um die Schuldfrage. Es geht auch und vor allem ums Weiterleben nach dem Urteilsspruch. Wie geht es der Familie während der Papa im Gefängnis ist? Wie geht es ihr danach? Christine Hubka, lange als Gefängnisseelsorgerin in Wien tätig, gewährt tiefen Einblick in den Alltag einer betroffenen Familie. Da geht es nicht nur um die Anfeindungen, welche die Kinder im Schulalltag erleben. Es geht auch um die prekäre finanzielle Situation, in der sich die Familie plötzlich befindet, weil Papas Gehalt wegfällt.
