Schreiben übers Schreiben

Gibt es etwas Schö­ne­res, aber auch etwas Schwie­ri­ge­res? Wer schreibt, tut es meist ein­fach, über­legt nicht lan­ge, son­dern setzt sich hin und füllt das (vir­tu­el­le) Blatt Papier mit Zei­chen, Buch­sta­ben, Gedan­ken, Geschich­ten, Gedich­ten, Lust und Lei­den­schaft. Ob was G’scheites dabei her­aus­kommt oder nicht, ist im ers­ten Schritt sekun­där – Haupt­sa­che, man tut es. Oder?

Veröffentlicht am
Kategorisiert als blog

Editorial zu KI & KO

Vor kur­zem hat Ley­kam – der ältes­te Ver­lag Öster­reichs – bekannt­ge­ge­ben, »aus wirt­schaft­li­chen Grün­den« kei­ne neu­en Pro­jek­te im Bereich Lite­ra­tur und Kin­der­buch mehr rea­li­sie­ren zu wol­len. Anders­wo wer­den die Pro­gram­me an »neue, platt­form­af­fi­ne Ziel­grup­pen« ange­passt, wie etwa der Ull­stein Ver­lag ver­laut­bart hat. Besucht man die gro­ße Mora­wa-Filia­le in Graz, fin­det man die Zitro­nen­sei­fe schnel­ler als die Emp­feh­lun­gen aus dem Feuil­le­ton, und was auf die Bücher­ti­sche kommt, wird ohne­hin längst auf Tik­Tok ent­schie­den.

Veröffentlicht am
Kategorisiert als blog

[REZENSION:] “Eine Geschichte in Weiß” von Barbara Deißenberger

Min­na und Vale­rie leben bei­den am Stadt­rand von Wien, nahe der Lobau, bei­de ver­eint die Lie­be zur Natur. Wäh­rend Min­nas Toch­ter schon erwach­sen ist, als sie sich ken­nen ler­nen, ist Vale­rie noch neu in ihrer Mut­ter­rol­le und am Ran­de der Erschöp­fung. Doch bei­de fin­den eine neue Pas­si­on. Min­na in der Pflan­zen­ma­le­rei, Vale­rie in ihrem Akti­vis­mus, um die Lobau vor dem Bau des Lobau­tun­nels zu bewah­ren.

[Rezension] “MEIN PAPA IST KEIN MÖRDER” von Christine Hubka und Lukas Vogl:

In dem Gra­fic Novel “Mein Papa ist kein Mör­der” geht es nicht nur um die Schuld­fra­ge. Es geht auch und vor allem ums Wei­ter­le­ben nach dem Urteils­spruch. Wie geht es der Fami­lie wäh­rend der Papa im Gefäng­nis ist? Wie geht es ihr danach? Chris­ti­ne Hub­ka, lan­ge als Gefäng­nis­seel­sor­ge­rin in Wien tätig, gewährt tie­fen Ein­blick in den All­tag einer betrof­fe­nen Fami­lie. Da geht es nicht nur um die Anfein­dun­gen, wel­che die Kin­der im Schul­all­tag erle­ben. Es geht auch um die pre­kä­re finan­zi­el­le Situa­ti­on, in der sich die Fami­lie plötz­lich befin­det, weil Papas Gehalt weg­fällt.

[& Radieschen interviewt:] VERA LÖRKS

Ich schrei­be am liebs­ten Kurz­ge­schich­ten, weil ich da ver­schie­de­ne Gen­res aus­pro­bie­ren kann. Manch­mal wer­de ich dabei über­rascht. Kri­mis mag ich z.B. gar nicht, aber ein Kurz­kri­mi, bei dem ein Rasen­mäh­ro­bo­ter als Detek­tiv ermit­telt, ist einer mei­ner liebs­ten Tex­te über­haupt gewor­den. Ansons­ten schrei­be ich haupt­säch­lich für Kin­der. Für mich sind sie die anspruchs­volls­te Ziel­grup­pe aber auch die, die am meis­ten Begeis­te­rung zei­gen.

Editorial zu Wind & Wetter

wir leben in stür­mi­schen Zei­ten. Jeden Tag eska­liert ein Kon­flikt, der Auto­ri­ta­ris­mus lässt sich die Son­ne auf den Bauch schei­nen und auch auf der ver­meint­lich »klei­nen« Ebe­ne reißt eine Böe nach der ande­ren in Form von gekürz­ten oder gleich ganz gestri­che­nen För­de­run­gen wich­ti­gen Insti­tu­tio­nen und der Kul­tur die Füße weg. Stür­misch ist also ein dum­mer Euphe­mis­mus, stür­misch war ges­tern, Kli­ma­kri­se ist heu­te. Denn die kommt nicht, die ist da, und zwar auf allen Ebe­nen. Wie schön aber, dass ihr euch für ein Unter­stel­len bei der Lite­ra­tur ent­schie­den habt!

Veröffentlicht am
Kategorisiert als blog

[Rezension] “NACHTSCHATTEN IM FRAUENHAARMOOS” von Sofie Morin und Ulrike Titelbach:

»Ich begin­ne in der Nacht, da alles in der Nacht beginnt, aus der her­aus sich der Trost schält.«(Sofie Mor­in) So begin­nen die phy­to­poe­ti­schen Dia­lo­ge, die sich Sofie Mor­in und Ulri­ke Titel­bach über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg zuge­schickt haben. Her­aus­ge­kom­men sind zar­te, in lyri­sche Spra­che gegos­se­ne Natur­be­ob­ach­tun­gen, Asso­zia­tio­nen und Emp­fin­dun­gen – immer aus­ge­hend von einer Pflan­ze. Wie etwa Ari­sae­ma fran­che­tia­num (Feu­er­kol­ben): »Weil mich dein Name an Gewehr­kol­ben erin­nert. An Män­ner, die sie nahe an der Wan­ge füh­ren. Im Dienst der Prä­zi­si­on.« (Ulri­ke Titel­bach)

[& Radieschen interviewt:] MAGDALENA STEINER

Ein wich­ti­ger Aspekt im Leben ist es, sich in ande­re Men­schen hin­ein­ver­set­zen zu kön­nen und Empa­thie zu zei­gen. Ich fin­de es span­nend, in ande­re Rol­len zu schlüp­fen und dadurch Cha­rak­te­re zum Leben zu erwe­cken, die viel­leicht ähn­li­che (aber meist über­spitz­te) Her­aus­for­de­run­gen bewäl­ti­gen wie ech­te Men­schen.

[REZENSION:] “DIR ZUGENEIGT” von Astrid Kohlmeier

Nicht immer ist es eine ange­neh­me Begeg­nung mit uns – denn die roman­ti­sche Lie­be ver­lei­tet manch­mal auch zur Selbst­auf­ga­be. Wir lie­ben. Wir lei­den. Wir haben Angst, den ande­ren oder auch uns selbst zu ver­lie­ren. Wir tren­nen uns. Wir füh­len uns ein­sam. Wir erin­nern uns – sehr oft mit einem Hang zur Melan­cho­lie. Astrid Kohl­mei­er fängt genau die­sen Sound ein.

[& Radieschen interviewt:] DAVID SAMHABER

Sowohl beim Schrei­ben als auch beim Lesen inter­es­sie­ren mich Geschich­ten am Land/im Dorf. Sowohl his­to­ri­sche, aber auch aktu­el­le The­ma­ti­ken fin­de ich dabei beson­ders span­nend. Wahr­schein­lich kommt das daher, dass ich selbst als Stadt­kind im Alter von 12 Jah­ren aufs Land gezo­gen bin, das war ein ziem­li­cher Kul­tur­crash, der mich bis heu­te fas­zi­niert.

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner