Verpuppung, da denkt man an die Gleichung Raupe x Kokon = Schmetterling (letzterer: wunderschön, natürlich). Eine Metapher für Entwicklung und (Ver)Wandlung, künstlerische Prozesse, auch Hoffnung und Selbstliebe.
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[WIEDERENTDECKT:] “Das magische Tagebuch” von Hannelore Valencak
Ein ausgefuchst konstruiertes Drama, das sich zwischen Daniela, der Ich-Erzählerin, und ihrem Mann Raimund abspielt, der kurz nach der Eheschließung bei einem Unfall verstirbt. Sie vermerkt in ihrem Tagebuch den Wunsch, er möge heimkehren – was er dann auch tut. Man ahnt schon, das wird nicht gut ausgehen. Denn er entpuppt sich zunehmend als alles, was sich Daniela nicht gewünscht hat, er trinkt, verschwendet ihr Geld, lügt und stiehlt. Und da ist noch sein bester Freund Kilian, der zunehmend dämonische Züge entwickelt.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“HAUS OHNE TÜREN” von Andreas Unterweger
Kurzum: ich fand Unterwegers Lyrik dort am stärksten, wo sie sich nicht an etwas dranhängt, sondern wo sie sich an etwas aufhängt; nicht dort wo sie flatterndes Fähnchen oder Banner, sondern wo sie verstricktes, nach Luft ringendes Leben wiedergibt (oder ein Galgenmännchen zeichnet).
[REZENSION:] “Ich heiße Franz” von Veronika Wlasaty
Veronika Wlasaty, die Tochter vom Franz, hat nach seinem Tod 2021 dessen Aufzeichnungen gefunden und mit diesen als Grundlage ein wunderbares Buch gemacht.
[& Radieschen interviewt:] SIMONE SCHMITT
Simone Schmitt spielt seit über fünfzehn Jahren Improvisationstheater – bei Schreibblockaden helfen ihr die Tools, die sie dort erlernt hat. In unserer aktuellen Ausgabe wurde ihre Kurzgeschichte “Die Flugbegleiterin” veröffentlicht.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“DELFINE VOR VENEDIG” von Erika Kronabitter
Erika Kronabitter schafft es in „Delfine vor Venedig“ Liebe und Aussichten auf eine Stadt miteinander zu einem poetisch-intensiven Stadtbild zu verweben und akustische und bildhafte Poetik zu erschaffen. Nachfühlempfehlung!
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“VERSVERMESSUNG” von Rudolf Kraus
Seine Kurzgedichte haben einen dezenten Charme, eine unspektakuläre Direktheit. In der Regel nehmen sie sich selbst nicht zu ernst, was (fast) immer erfreulich ist. Ein bisschen Beliebigkeit ist auch dabei, aber die kommt ja selten zu kurz.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“ALS VERSPRECHEN DIESER ZEIT” von Raoul Eisele
Obgleich der Seelenschmerz des einen für den andern in seinem individuellen Zutage- und Zunachtetreten nicht erfahrbar ist, können sie sich trotzdem gegenseitig ein Fenster sein zu einer anderen Welt. In ihr ist die Einsamkeit kein leerer Raum, sondern eine Verdichtung von schwer Fasslichem. Wie sehr unsere eigene Wirklichkeit von der der anderen getrennt ist, wird uns erst hier so recht spürbar.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“LIEBELEIEN MIT WUCHSFORMEN” von Sofie Morin
Liebeleien mit Wuchsformen verführt die Lesenden zum genauen (und erneuten) Betrachten längst vertrauter Mitgeschöpfe, die uns an Wegrändern oder auf dem heimischen Regal begegnen könnten, wenn wir denn einen Dialog mit ihnen wagten.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“ES HAT SICH AUSERKLÄRT” von SchwarzRund
SchwarzRund schreibt nicht nur vor dem Hintergrund einer schwarzen Perspektive, sondern auch einer queeren und einer von Menschen mit disabilities. Die Erfahrungen, die dabei zur Sprache kommen, sind die eines Menschen, der jeden Zentimeter Raum in der Gesellschaft einfordern muss, doppelt und dreifach.
