Als Hörbuch beim Laufen gehört, lässt mich dieser eher kurze Text mit Fragen zurück. Also, erstmal: Ja. Hört sich gut an. Aber dann auch: Ja aber, weil: Das mit der Inklusion, mit dem Miteinander, scheint ja immer so einfach, aber ist dann so schwer. Die Grundbotschaft, dass Männer etwas zu gewinnen haben, wenn sie sich dem Feminismus anschließen, ja, von mir aus – passt in mein Weltbild. Aber ganz viele Männer sehen das nicht so und setzen das mitunter auch mit Gewalt durch, und das ist ja das Problem, oder nicht?
Kategorie: blog
[& Radieschen interviewt:] SABRINA UNGER
Ich bin zum Schreiben gekommen, weil ich es am Anfang gar nicht konnte – meine Rechtschreibung war katastrophal. Meine Lehrerin meinte damals, ich müsse mehr üben, um meine Abschlussprüfung bestehen zu können. Damals war ich sechzehn Jahre alt. Dass daraus meine liebste Art mich auszudrücken wird, hätte ich selbst nie gedacht.
[REZENSION:] “Glühen” von Theodora Bauer
Ein Sommerbuch, schnell gelesen und doch eindringlich. Lima, eine junge Frau auf der Flucht vor den Komplikationen des modernen Lebens, mietet sich bei der älteren Dame Charona in einem Berghaus ein. Sie denkt dort nicht nur intensiv über Schnitzlers Reigen nach, sondern begegnet auch einem geheimnisvollen jungen Mann, an dem sie ihre Reflexionen über Körperlichkeit und das Schreiben darüber festmachen kann. Sonst passiert nicht viel, aber muss auch nicht.
[& Radieschen interviewt:] DÉSIRÉE BAILLEUL
Meine Inspirationsquelle ist vor allem das Medizinstudium. Viele Ideen kamen in Vorlesungen und Seminaren – einmal sogar beim Lernen der Kehlkopfmuskulatur 😊 Aber auch aktuelle Nachrichten über neue Therapien oder Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz liefern Stoff für meine Geschichten.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“Versuch einer Verpuppung” von Isabella Feimer
Verpuppung, da denkt man an die Gleichung Raupe x Kokon = Schmetterling (letzterer: wunderschön, natürlich). Eine Metapher für Entwicklung und (Ver)Wandlung, künstlerische Prozesse, auch Hoffnung und Selbstliebe.
[WIEDERENTDECKT:] “Das magische Tagebuch” von Hannelore Valencak
Ein ausgefuchst konstruiertes Drama, das sich zwischen Daniela, der Ich-Erzählerin, und ihrem Mann Raimund abspielt, der kurz nach der Eheschließung bei einem Unfall verstirbt. Sie vermerkt in ihrem Tagebuch den Wunsch, er möge heimkehren – was er dann auch tut. Man ahnt schon, das wird nicht gut ausgehen. Denn er entpuppt sich zunehmend als alles, was sich Daniela nicht gewünscht hat, er trinkt, verschwendet ihr Geld, lügt und stiehlt. Und da ist noch sein bester Freund Kilian, der zunehmend dämonische Züge entwickelt.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“HAUS OHNE TÜREN” von Andreas Unterweger
Kurzum: ich fand Unterwegers Lyrik dort am stärksten, wo sie sich nicht an etwas dranhängt, sondern wo sie sich an etwas aufhängt; nicht dort wo sie flatterndes Fähnchen oder Banner, sondern wo sie verstricktes, nach Luft ringendes Leben wiedergibt (oder ein Galgenmännchen zeichnet).
[REZENSION:] “Ich heiße Franz” von Veronika Wlasaty
Veronika Wlasaty, die Tochter vom Franz, hat nach seinem Tod 2021 dessen Aufzeichnungen gefunden und mit diesen als Grundlage ein wunderbares Buch gemacht.
[& Radieschen interviewt:] SIMONE SCHMITT
Simone Schmitt spielt seit über fünfzehn Jahren Improvisationstheater – bei Schreibblockaden helfen ihr die Tools, die sie dort erlernt hat. In unserer aktuellen Ausgabe wurde ihre Kurzgeschichte “Die Flugbegleiterin” veröffentlicht.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“DELFINE VOR VENEDIG” von Erika Kronabitter
Erika Kronabitter schafft es in „Delfine vor Venedig“ Liebe und Aussichten auf eine Stadt miteinander zu einem poetisch-intensiven Stadtbild zu verweben und akustische und bildhafte Poetik zu erschaffen. Nachfühlempfehlung!
