[REZENSION:] “DIR ZUGENEIGT” von Astrid Kohlmeier

Nicht immer ist es eine ange­neh­me Begeg­nung mit uns – denn die roman­ti­sche Lie­be ver­lei­tet manch­mal auch zur Selbst­auf­ga­be. Wir lie­ben. Wir lei­den. Wir haben Angst, den ande­ren oder auch uns selbst zu ver­lie­ren. Wir tren­nen uns. Wir füh­len uns ein­sam. Wir erin­nern uns – sehr oft mit einem Hang zur Melan­cho­lie. Astrid Kohl­mei­er fängt genau die­sen Sound ein.

[& Radieschen interviewt:] DAVID SAMHABER

Sowohl beim Schrei­ben als auch beim Lesen inter­es­sie­ren mich Geschich­ten am Land/im Dorf. Sowohl his­to­ri­sche, aber auch aktu­el­le The­ma­ti­ken fin­de ich dabei beson­ders span­nend. Wahr­schein­lich kommt das daher, dass ich selbst als Stadt­kind im Alter von 12 Jah­ren aufs Land gezo­gen bin, das war ein ziem­li­cher Kul­tur­crash, der mich bis heu­te fas­zi­niert.

[REZENSION:] “Liebe Jorinde” von Mareike Fallwickl

Als Hör­buch beim Lau­fen gehört, lässt mich die­ser eher kur­ze Text mit Fra­gen zurück. Also, erst­mal: Ja. Hört sich gut an. Aber dann auch: Ja aber, weil: Das mit der Inklu­si­on, mit dem Mit­ein­an­der, scheint ja immer so ein­fach, aber ist dann so schwer. Die Grund­bot­schaft, dass Män­ner etwas zu gewin­nen haben, wenn sie sich dem Femi­nis­mus anschlie­ßen, ja, von mir aus – passt in mein Welt­bild. Aber ganz vie­le Män­ner sehen das nicht so und set­zen das mit­un­ter auch mit Gewalt durch, und das ist ja das Pro­blem, oder nicht?

[& Radieschen interviewt:] SABRINA UNGER

Ich bin zum Schrei­ben gekom­men, weil ich es am Anfang gar nicht konn­te – mei­ne Recht­schrei­bung war kata­stro­phal. Mei­ne Leh­re­rin mein­te damals, ich müs­se mehr üben, um mei­ne Abschluss­prü­fung bestehen zu kön­nen. Damals war ich sech­zehn Jah­re alt. Dass dar­aus mei­ne liebs­te Art mich aus­zu­drü­cken wird, hät­te ich selbst nie gedacht.

[REZENSION:] “Glühen” von Theodora Bauer

Ein Som­mer­buch, schnell gele­sen und doch ein­dring­lich. Lima, eine jun­ge Frau auf der Flucht vor den Kom­pli­ka­tio­nen des moder­nen Lebens, mie­tet sich bei der älte­ren Dame Cha­ro­na in einem Berg­haus ein. Sie denkt dort nicht nur inten­siv über Schnitz­lers Rei­gen nach, son­dern begeg­net auch einem geheim­nis­vol­len jun­gen Mann, an dem sie ihre Refle­xio­nen über Kör­per­lich­keit und das Schrei­ben dar­über fest­ma­chen kann. Sonst pas­siert nicht viel, aber muss auch nicht.

[& Radieschen interviewt:] DÉSIRÉE BAILLEUL

Mei­ne Inspi­ra­ti­ons­quel­le ist vor allem das Medi­zin­stu­di­um. Vie­le Ideen kamen in Vor­le­sun­gen und Semi­na­ren – ein­mal sogar beim Ler­nen der Kehl­kopf­mus­ku­la­tur 😊 Aber auch aktu­el­le Nach­rich­ten über neue The­ra­pien oder Ent­wick­lun­gen im Bereich künst­li­cher Intel­li­genz lie­fern Stoff für mei­ne Geschich­ten.

[WIEDERENTDECKT:] “Das magische Tagebuch” von Hannelore Valencak

Ein aus­ge­fuchst kon­stru­ier­tes Dra­ma, das sich zwi­schen Danie­la, der Ich-Erzäh­le­rin, und ihrem Mann Rai­mund abspielt, der kurz nach der Ehe­schlie­ßung bei einem Unfall ver­stirbt. Sie ver­merkt in ihrem Tage­buch den Wunsch, er möge heim­keh­ren – was er dann auch tut. Man ahnt schon, das wird nicht gut aus­ge­hen. Denn er ent­puppt sich zuneh­mend als alles, was sich Danie­la nicht gewünscht hat, er trinkt, ver­schwen­det ihr Geld, lügt und stiehlt. Und da ist noch sein bes­ter Freund Kili­an, der zuneh­mend dämo­ni­sche Züge ent­wi­ckelt.

[LYRIKEMPFEHLUNG:]“HAUS OHNE TÜREN” von Andreas Unterweger

Kurz­um: ich fand Unter­we­gers Lyrik dort am stärks­ten, wo sie sich nicht an etwas dran­hängt, son­dern wo sie sich an etwas auf­hängt; nicht dort wo sie flat­tern­des Fähn­chen oder Ban­ner, son­dern wo sie ver­strick­tes, nach Luft rin­gen­des Leben wie­der­gibt (oder ein Gal­gen­männ­chen zeich­net).

WordPress Cookie Plugin von Real Cookie Banner