Die neue Ausgabe erscheint Ende Juni 2026!
Liebe &Radieschen-Lesende,
Zwischen Tür und Angel noch den letzten großen Schluck meines ersten Kaffees am Morgen trinken. Nochmal meine chaotischen Taschen checken, ob ich meinen Schlüssel dabeihabe, nur um zu merken, dass es nicht so ist und ich nochmal zurückrennen muss. Zwischen Tür und Angel kurze Gespräche führen, weil wir uns sonst immer knapp verpassen. Das letzte Stück Brot mit Butter und Marmelade in den Mund schieben, weil ich keine Zeit zum Kochen habe. Ein Abschiedskuss. Die Schuhe stehen lassen, weil nur schnell was drinnen holen. Zwischen Tür und Angel ausmachen, wer heute noch mit dem Hund raus geht, wer heute die Wäsche aufhängt – die Waschmaschine ist in 45 Minuten fertig. Zwischen Tür und Angel erzählen, wen ich heute getroffen habe und »hast du das schon gehört?« Blumen in die Hand drücken, ein gelbes Stickynote mit »ich liebe dich« hinterlassen. Zwischen Tür und Angel das Telefonat fertig führen, weil im Stiegenhaus ist zu schlechter Empfang. Eine feste Umarmung abholen, ein paar schwere Tränen dalassen oder einfach kurz durchatmen.
Gerade an den stressigen Tagen, wo ich immer auf dem Sprung bin, habe ich oft das Gefühl, ein großer Teil meines Tages passiert zwischen Tür und Angel. Genau so eine Zeit, in der ich immer am Gehen und am Kommen bin, ist jetzt gerade. Termine reihen sich aneinander, Gedanken bleiben oft nur halb zu Ende gedacht, und vieles geschieht fast beiläufig. Was passt da besser als eine neue, großartige Ausgabe vom & Radieschen? Die Autor*innen dieser Ausgabe beschäftigen sich zwar auch mit dem Dazwischen, dem Flüchtigen und dem Nebenbei, doch sie haben ganz eigene und überraschende Zugänge zu diesem Thema gefunden. Es gibt Prosa und Lyrik, es gibt Lustiges und Schönes. Es geht um Liebe, Vermissen, das Miteinander und Verabschieden. Einige dieser Texte bleiben noch lange nach dem Lesen im Kopf.
Ich bin mal wieder superglücklich, dass wir so wunderbare Texte und Illustrationen zeigen dürfen. Sie laden dazu ein, für einen Moment innezuhalten, genauer hinzusehen und sich vielleicht selbst im Dazwischen wiederzufinden. Und ich hoffe, dass ihr, liebe Leser*innen, das auch so seht und das Lesen der Texte genauso genießt wie ich – vielleicht zwischen zwei Terminen, unterwegs oder ganz in Ruhe, mit ein wenig Zeit nur für euch.
