[REZENSION:] “Beteigeuze” von Barbara Zeman

Es gibt aber noch viel mehr, was man an dem Buch lie­ben kann: Zuerst ein­mal, die sprach­li­che Anmut, ein ande­res Wort fällt mir nicht ein. Das genau Hin­schau­en auf ein­zel­ne Wor­te, bis hin zur Ethy­mo­lo­gie von Betei­geu­ze inklu­si­ve ara­bi­scher Schrift, unter Ver­zicht von Trans­li­te­ra­ti­on des Ori­gi­nal­worts..

[REZENSION:] “Eine Geschichte in Weiß” von Barbara Deißenberger

Min­na und Vale­rie leben bei­den am Stadt­rand von Wien, nahe der Lobau, bei­de ver­eint die Lie­be zur Natur. Wäh­rend Min­nas Toch­ter schon erwach­sen ist, als sie sich ken­nen ler­nen, ist Vale­rie noch neu in ihrer Mut­ter­rol­le und am Ran­de der Erschöp­fung. Doch bei­de fin­den eine neue Pas­si­on. Min­na in der Pflan­zen­ma­le­rei, Vale­rie in ihrem Akti­vis­mus, um die Lobau vor dem Bau des Lobau­tun­nels zu bewah­ren.

[Rezension] “MEIN PAPA IST KEIN MÖRDER” von Christine Hubka und Lukas Vogl:

In dem Gra­fic Novel “Mein Papa ist kein Mör­der” geht es nicht nur um die Schuld­fra­ge. Es geht auch und vor allem ums Wei­ter­le­ben nach dem Urteils­spruch. Wie geht es der Fami­lie wäh­rend der Papa im Gefäng­nis ist? Wie geht es ihr danach? Chris­ti­ne Hub­ka, lan­ge als Gefäng­nis­seel­sor­ge­rin in Wien tätig, gewährt tie­fen Ein­blick in den All­tag einer betrof­fe­nen Fami­lie. Da geht es nicht nur um die Anfein­dun­gen, wel­che die Kin­der im Schul­all­tag erle­ben. Es geht auch um die pre­kä­re finan­zi­el­le Situa­ti­on, in der sich die Fami­lie plötz­lich befin­det, weil Papas Gehalt weg­fällt.

[Rezension] “NACHTSCHATTEN IM FRAUENHAARMOOS” von Sofie Morin und Ulrike Titelbach:

»Ich begin­ne in der Nacht, da alles in der Nacht beginnt, aus der her­aus sich der Trost schält.«(Sofie Mor­in) So begin­nen die phy­to­poe­ti­schen Dia­lo­ge, die sich Sofie Mor­in und Ulri­ke Titel­bach über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg zuge­schickt haben. Her­aus­ge­kom­men sind zar­te, in lyri­sche Spra­che gegos­se­ne Natur­be­ob­ach­tun­gen, Asso­zia­tio­nen und Emp­fin­dun­gen – immer aus­ge­hend von einer Pflan­ze. Wie etwa Ari­sae­ma fran­che­tia­num (Feu­er­kol­ben): »Weil mich dein Name an Gewehr­kol­ben erin­nert. An Män­ner, die sie nahe an der Wan­ge füh­ren. Im Dienst der Prä­zi­si­on.« (Ulri­ke Titel­bach)

[REZENSION:] “DIR ZUGENEIGT” von Astrid Kohlmeier

Nicht immer ist es eine ange­neh­me Begeg­nung mit uns – denn die roman­ti­sche Lie­be ver­lei­tet manch­mal auch zur Selbst­auf­ga­be. Wir lie­ben. Wir lei­den. Wir haben Angst, den ande­ren oder auch uns selbst zu ver­lie­ren. Wir tren­nen uns. Wir füh­len uns ein­sam. Wir erin­nern uns – sehr oft mit einem Hang zur Melan­cho­lie. Astrid Kohl­mei­er fängt genau die­sen Sound ein.

[REZENSION:] “Liebe Jorinde” von Mareike Fallwickl

Als Hör­buch beim Lau­fen gehört, lässt mich die­ser eher kur­ze Text mit Fra­gen zurück. Also, erst­mal: Ja. Hört sich gut an. Aber dann auch: Ja aber, weil: Das mit der Inklu­si­on, mit dem Mit­ein­an­der, scheint ja immer so ein­fach, aber ist dann so schwer. Die Grund­bot­schaft, dass Män­ner etwas zu gewin­nen haben, wenn sie sich dem Femi­nis­mus anschlie­ßen, ja, von mir aus – passt in mein Welt­bild. Aber ganz vie­le Män­ner sehen das nicht so und set­zen das mit­un­ter auch mit Gewalt durch, und das ist ja das Pro­blem, oder nicht?

[REZENSION:] “Glühen” von Theodora Bauer

Ein Som­mer­buch, schnell gele­sen und doch ein­dring­lich. Lima, eine jun­ge Frau auf der Flucht vor den Kom­pli­ka­tio­nen des moder­nen Lebens, mie­tet sich bei der älte­ren Dame Cha­ro­na in einem Berg­haus ein. Sie denkt dort nicht nur inten­siv über Schnitz­lers Rei­gen nach, son­dern begeg­net auch einem geheim­nis­vol­len jun­gen Mann, an dem sie ihre Refle­xio­nen über Kör­per­lich­keit und das Schrei­ben dar­über fest­ma­chen kann. Sonst pas­siert nicht viel, aber muss auch nicht.

[WIEDERENTDECKT:] “Das magische Tagebuch” von Hannelore Valencak

Ein aus­ge­fuchst kon­stru­ier­tes Dra­ma, das sich zwi­schen Danie­la, der Ich-Erzäh­le­rin, und ihrem Mann Rai­mund abspielt, der kurz nach der Ehe­schlie­ßung bei einem Unfall ver­stirbt. Sie ver­merkt in ihrem Tage­buch den Wunsch, er möge heim­keh­ren – was er dann auch tut. Man ahnt schon, das wird nicht gut aus­ge­hen. Denn er ent­puppt sich zuneh­mend als alles, was sich Danie­la nicht gewünscht hat, er trinkt, ver­schwen­det ihr Geld, lügt und stiehlt. Und da ist noch sein bes­ter Freund Kili­an, der zuneh­mend dämo­ni­sche Züge ent­wi­ckelt.

[LYRIKEMPFEHLUNG:]“HAUS OHNE TÜREN” von Andreas Unterweger

Kurz­um: ich fand Unter­we­gers Lyrik dort am stärks­ten, wo sie sich nicht an etwas dran­hängt, son­dern wo sie sich an etwas auf­hängt; nicht dort wo sie flat­tern­des Fähn­chen oder Ban­ner, son­dern wo sie ver­strick­tes, nach Luft rin­gen­des Leben wie­der­gibt (oder ein Gal­gen­männ­chen zeich­net).

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