[& Radieschen interviewt:] HADYA NASSAN-AGHA-SCHROLL

& RADIES­CHEN-FRA­GE­BO­GEN INTER­VIEW
dies­mal mit: HADYA NAS­SAN-AGHA-SCHROLL

“Für mich steht beim Schrei­ben der Mensch im Mit­tel­punkt – mit sei­nen Bezie­hun­gen, Gefüh­len und mensch­li­chen Eigen­hei­ten.”

In der neu­en Kurz­ge­schich­te von Hadya Nas­san-Agha-Schroll geht es um Han­nah und die Far­be Sand. Eine Geschich­te, die unse­re Jury sehr berührt hat.
Im Inter­view ver­rät die Autorin, wel­che schö­nen Momen­te das Leben bereit­hält, was sie inspi­riert und wie man mit Schreib­blo­cka­den gelas­sen umgeht.

Foto: Edar from Pix­a­bay

Wel­che Text­gat­tung bevor­zugst du?
Bis­her habe ich mich mehr an klei­ne For­men gehal­ten: Kurz­ge­schich­ten und Lyrik. Sehr fas­zi­niert bin ich von Hai­kus. Manch­mal habe ich ein schnel­les Erfolgs­er­leb­nis, dann wie­der brau­chen drei Zei­len viel Zeit. Das ist eine gute Übung.

Was hat dich zum Schrei­ben bewegt?
Für etwas die rich­ti­gen Wor­te fin­den und die­se nie­der­zu­schrei­ben, ist in mei­nem Leben immer wich­tig und hilf­reich gewe­sen. Außer­dem beschert mir das Schrei­ben vie­le über­ra­schen­de und schö­ne Momen­te, wenn sich zum Bei­spiel die Idee gut ent­wi­ckelt und ich am Ende trotz­dem genau dort lan­de, wo ich gar nicht hin woll­te, ich aber zufrie­den mit dem Ergeb­nis bin. 

Gibt es The­men, die dich als Autorin beson­ders inter­es­sie­ren?
Für mich steht beim Schrei­ben der Mensch im Mit­tel­punkt – mit sei­nen Bezie­hun­gen, Gefüh­len und mensch­li­chen Eigen­hei­ten. Auch wenn ich über etwas in der Natur schrei­be, geht es letz­ten Endes um genau die­ses urmensch­li­che Han­deln, Den­ken und Füh­len.

Gibt es etwas, das dich beim Schrei­ben beson­ders inspi­riert? Woher kom­men dei­ne Ideen?
Klei­ne Beob­ach­tun­gen im All­tag sind oft Anlass für mich, etwas nie­der­zu­schrei­ben und eine Geschich­te zu ent­wi­ckeln. Auch Miss­stän­de kön­nen inspi­rie­ren und moti­vie­ren zu schrei­ben. Manch­mal foto­gra­fie­re ich etwas, was mir auf­fällt, las­se das Foto auf mich wir­ken und schrei­be dann mei­ne Gedan­ken oder eine Geschich­te dazu nie­der. 

Wo schreibst du am liebs­ten?
Ich schrei­be da und dort: Im Kaf­fee­haus, allein zu Hau­se oder bei einer Zug­fahrt. Manch­mal möch­te ich nicht allein schrei­ben und tref­fe mich mit ande­ren und wir schrei­ben zusam­men.

Zu wel­cher Tages­zeit schreibst du am liebs­ten?
Da habe ich kei­ne Prä­fe­renz.

Was tust du, um eine Schreib­blo­cka­de zu lösen?
Ich ver­su­che nicht, dage­gen anzu­kämp­fen, son­dern locker zu blei­ben und ganz bewusst Ablen­kung zu suchen, um es zu einem spä­te­ren Zeit­punkt noch ein­mal mit dem The­ma zu pro­bie­ren. Manch­mal muss­te ich aber auch akzep­tie­ren, dass eine Geschich­te nicht geschrie­ben wer­den woll­te. 

Was liest du gera­de?
Ich lese die Kurz­ge­schich­ten aus „Der Hase im Mond“ von Mile­na Michi­ko Flašar. Außer­dem habe ich mit dem aktu­el­len Buch von Luca Kie­ser „Sim­sa­la­bim, Simon Bren­ner“ begon­nen. Das Zau­ber­wort im Titel hat mich zum Lesen ange­stif­tet.

Wel­ches Buch soll­te dei­ner Mei­nung nach jede:r lesen?
Ste­fan Zweigs „Die Welt von Ges­tern“.

Was schätzt du beson­ders an &Radieschen?
Ich schät­ze an &Radieschen beson­ders, dass ich mit­be­kom­me, wel­che Ideen ande­re Autor:innen haben und wie die­se Ideen krea­tiv umge­setzt wer­den. Und: Die Lek­tü­re von &Radieschen ist nicht auf­wän­dig, son­dern gelingt leicht und locker und bringt mehr Lite­ra­tur in mei­nen All­tag. 

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mehr über Hadya Nassan-Agha-Schroll:

Ich bin 1974 in Hain­burg an der Donau gebo­ren und zwei­spra­chig mit Deutsch und Ara­bisch in Nie­der­ös­ter­reich und Wien auf­ge­wach­sen. Von Beruf bin ich Fach­ärz­tin für Psych­ia­trie und Psy­cho­the­ra­peu­tin in eige­ner Pra­xis. Ich lebe mit mei­ner Fami­lie und unse­rem Hund in Wie­ner­wald, wo ich mich auch in der Gemein­de enga­gie­re.
Ich bin Mit­or­ga­ni­sa­to­rin der 1. Gablitz Schreib­werk­statt für Frau­en. Kur­ze Tex­te, per­sön­li­che Gedan­ken zum Schreib­pro­zess und Gedich­te pos­te ich auf Insta­gram unter hadya_haiku.

Cover zögern

Eine Kurz­ge­schich­te von Hadya Nas­san-Agha-Schroll fin­det man in unse­rer neu­en Aus­ga­be mit dem Titel “zögern & zagen”.
Die Autorin liest bei der Prä­sen­ta­ti­on der Aus­ga­be am Sonn­tag, 27.9. um 19h im Café Anno!

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