Editorial zu Wind & Wetter

wir leben in stür­mi­schen Zei­ten. Jeden Tag eska­liert ein Kon­flikt, der Auto­ri­ta­ris­mus lässt sich die Son­ne auf den Bauch schei­nen und auch auf der ver­meint­lich »klei­nen« Ebe­ne reißt eine Böe nach der ande­ren in Form von gekürz­ten oder gleich ganz gestri­che­nen För­de­run­gen wich­ti­gen Insti­tu­tio­nen und der Kul­tur die Füße weg. Stür­misch ist also ein dum­mer Euphe­mis­mus, stür­misch war ges­tern, Kli­ma­kri­se ist heu­te. Denn die kommt nicht, die ist da, und zwar auf allen Ebe­nen. Wie schön aber, dass ihr euch für ein Unter­stel­len bei der Lite­ra­tur ent­schie­den habt!

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[Rezension] “NACHTSCHATTEN IM FRAUENHAARMOOS” von Sofie Morin und Ulrike Titelbach:

»Ich begin­ne in der Nacht, da alles in der Nacht beginnt, aus der her­aus sich der Trost schält.«(Sofie Mor­in) So begin­nen die phy­to­poe­ti­schen Dia­lo­ge, die sich Sofie Mor­in und Ulri­ke Titel­bach über einen län­ge­ren Zeit­raum hin­weg zuge­schickt haben. Her­aus­ge­kom­men sind zar­te, in lyri­sche Spra­che gegos­se­ne Natur­be­ob­ach­tun­gen, Asso­zia­tio­nen und Emp­fin­dun­gen – immer aus­ge­hend von einer Pflan­ze. Wie etwa Ari­sae­ma fran­che­tia­num (Feu­er­kol­ben): »Weil mich dein Name an Gewehr­kol­ben erin­nert. An Män­ner, die sie nahe an der Wan­ge füh­ren. Im Dienst der Prä­zi­si­on.« (Ulri­ke Titel­bach)

[& Radieschen interviewt:] MAGDALENA STEINER

Ein wich­ti­ger Aspekt im Leben ist es, sich in ande­re Men­schen hin­ein­ver­set­zen zu kön­nen und Empa­thie zu zei­gen. Ich fin­de es span­nend, in ande­re Rol­len zu schlüp­fen und dadurch Cha­rak­te­re zum Leben zu erwe­cken, die viel­leicht ähn­li­che (aber meist über­spitz­te) Her­aus­for­de­run­gen bewäl­ti­gen wie ech­te Men­schen.

[REZENSION:] “DIR ZUGENEIGT” von Astrid Kohlmeier

Nicht immer ist es eine ange­neh­me Begeg­nung mit uns – denn die roman­ti­sche Lie­be ver­lei­tet manch­mal auch zur Selbst­auf­ga­be. Wir lie­ben. Wir lei­den. Wir haben Angst, den ande­ren oder auch uns selbst zu ver­lie­ren. Wir tren­nen uns. Wir füh­len uns ein­sam. Wir erin­nern uns – sehr oft mit einem Hang zur Melan­cho­lie. Astrid Kohl­mei­er fängt genau die­sen Sound ein.

[& Radieschen interviewt:] DAVID SAMHABER

Sowohl beim Schrei­ben als auch beim Lesen inter­es­sie­ren mich Geschich­ten am Land/im Dorf. Sowohl his­to­ri­sche, aber auch aktu­el­le The­ma­ti­ken fin­de ich dabei beson­ders span­nend. Wahr­schein­lich kommt das daher, dass ich selbst als Stadt­kind im Alter von 12 Jah­ren aufs Land gezo­gen bin, das war ein ziem­li­cher Kul­tur­crash, der mich bis heu­te fas­zi­niert.

[REZENSION:] “Liebe Jorinde” von Mareike Fallwickl

Als Hör­buch beim Lau­fen gehört, lässt mich die­ser eher kur­ze Text mit Fra­gen zurück. Also, erst­mal: Ja. Hört sich gut an. Aber dann auch: Ja aber, weil: Das mit der Inklu­si­on, mit dem Mit­ein­an­der, scheint ja immer so ein­fach, aber ist dann so schwer. Die Grund­bot­schaft, dass Män­ner etwas zu gewin­nen haben, wenn sie sich dem Femi­nis­mus anschlie­ßen, ja, von mir aus – passt in mein Welt­bild. Aber ganz vie­le Män­ner sehen das nicht so und set­zen das mit­un­ter auch mit Gewalt durch, und das ist ja das Pro­blem, oder nicht?

[& Radieschen interviewt:] SABRINA UNGER

Ich bin zum Schrei­ben gekom­men, weil ich es am Anfang gar nicht konn­te – mei­ne Recht­schrei­bung war kata­stro­phal. Mei­ne Leh­re­rin mein­te damals, ich müs­se mehr üben, um mei­ne Abschluss­prü­fung bestehen zu kön­nen. Damals war ich sech­zehn Jah­re alt. Dass dar­aus mei­ne liebs­te Art mich aus­zu­drü­cken wird, hät­te ich selbst nie gedacht.

[REZENSION:] “Glühen” von Theodora Bauer

Ein Som­mer­buch, schnell gele­sen und doch ein­dring­lich. Lima, eine jun­ge Frau auf der Flucht vor den Kom­pli­ka­tio­nen des moder­nen Lebens, mie­tet sich bei der älte­ren Dame Cha­ro­na in einem Berg­haus ein. Sie denkt dort nicht nur inten­siv über Schnitz­lers Rei­gen nach, son­dern begeg­net auch einem geheim­nis­vol­len jun­gen Mann, an dem sie ihre Refle­xio­nen über Kör­per­lich­keit und das Schrei­ben dar­über fest­ma­chen kann. Sonst pas­siert nicht viel, aber muss auch nicht.

[& Radieschen interviewt:] DÉSIRÉE BAILLEUL

Mei­ne Inspi­ra­ti­ons­quel­le ist vor allem das Medi­zin­stu­di­um. Vie­le Ideen kamen in Vor­le­sun­gen und Semi­na­ren – ein­mal sogar beim Ler­nen der Kehl­kopf­mus­ku­la­tur 😊 Aber auch aktu­el­le Nach­rich­ten über neue The­ra­pien oder Ent­wick­lun­gen im Bereich künst­li­cher Intel­li­genz lie­fern Stoff für mei­ne Geschich­ten.

[Ausgabe #75:] – biegen & brechen

mit Tex­ten von: Dési­rée Baill­eul, Eli­sa­beth Bendl, Domi­nik Kurc­sics, Ger­da Pis­trick Dali­paj, Raven J.C., Ame­ly Reda, David Sam­ha­ber, Chris­ti­an Schwetz, Mag­da­le­na Stei­ner, Max von der Heydt, Leon Timm, Sabri­na Unger und Joshua Zam­mit  und Illus­tra­tio­nen von: Isol­de K. Ber­mann, Georg Groß­mann und Eva Vasa­ri

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