Ich bin zum Schreiben gekommen, weil ich es am Anfang gar nicht konnte – meine Rechtschreibung war katastrophal. Meine Lehrerin meinte damals, ich müsse mehr üben, um meine Abschlussprüfung bestehen zu können. Damals war ich sechzehn Jahre alt. Dass daraus meine liebste Art mich auszudrücken wird, hätte ich selbst nie gedacht.
Autor: & Radieschen
[REZENSION:] “Glühen” von Theodora Bauer
Ein Sommerbuch, schnell gelesen und doch eindringlich. Lima, eine junge Frau auf der Flucht vor den Komplikationen des modernen Lebens, mietet sich bei der älteren Dame Charona in einem Berghaus ein. Sie denkt dort nicht nur intensiv über Schnitzlers Reigen nach, sondern begegnet auch einem geheimnisvollen jungen Mann, an dem sie ihre Reflexionen über Körperlichkeit und das Schreiben darüber festmachen kann. Sonst passiert nicht viel, aber muss auch nicht.
[& Radieschen interviewt:] DÉSIRÉE BAILLEUL
Meine Inspirationsquelle ist vor allem das Medizinstudium. Viele Ideen kamen in Vorlesungen und Seminaren – einmal sogar beim Lernen der Kehlkopfmuskulatur 😊 Aber auch aktuelle Nachrichten über neue Therapien oder Entwicklungen im Bereich künstlicher Intelligenz liefern Stoff für meine Geschichten.
[Ausgabe #75:] – biegen & brechen
mit Texten von: Désirée Bailleul, Elisabeth Bendl, Dominik Kurcsics, Gerda Pistrick Dalipaj, Raven J.C., Amely Reda, David Samhaber, Christian Schwetz, Magdalena Steiner, Max von der Heydt, Leon Timm, Sabrina Unger und Joshua Zammit und Illustrationen von: Isolde K. Bermann, Georg Großmann und Eva Vasari
[Ausgabe #74:] – Klatsch & Tratsch
mit Texten von: Louisa August, Zero Alala, Gudrun Breyer, Claudia Dvoracek-Iby, Nicole Fischer, Jan-Erik Grebe, Simon Janda, Marie Lande, Helene Lanschützer, Dominik Leitner, Elke Lipkau, Ida Müermann, Philipp Nowotny, Tobias Pagel, Lena Rothwinkler, Maren Schäfer, Bettina Scherff, Christian Schwetz, Elisabeth Stritzl, Lars Widmann und Illustrationen von: Isolde K. Bermann, Georg Großmann, Dörte Schmidt und Eva Vasari
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“Versuch einer Verpuppung” von Isabella Feimer
Verpuppung, da denkt man an die Gleichung Raupe x Kokon = Schmetterling (letzterer: wunderschön, natürlich). Eine Metapher für Entwicklung und (Ver)Wandlung, künstlerische Prozesse, auch Hoffnung und Selbstliebe.
[WIEDERENTDECKT:] “Das magische Tagebuch” von Hannelore Valencak
Ein ausgefuchst konstruiertes Drama, das sich zwischen Daniela, der Ich-Erzählerin, und ihrem Mann Raimund abspielt, der kurz nach der Eheschließung bei einem Unfall verstirbt. Sie vermerkt in ihrem Tagebuch den Wunsch, er möge heimkehren – was er dann auch tut. Man ahnt schon, das wird nicht gut ausgehen. Denn er entpuppt sich zunehmend als alles, was sich Daniela nicht gewünscht hat, er trinkt, verschwendet ihr Geld, lügt und stiehlt. Und da ist noch sein bester Freund Kilian, der zunehmend dämonische Züge entwickelt.
Liebe &Radieschen-Autor:innen
Mittlerweile ist das “&Radieschen” längst über unsere Staatsgrenzen hinweg bekannt. Was sehr schön ist, was aber auch dazu geführt hat, dass mittlerweile nur mehr etwa ein Fünftel der Einsendungen aus Österreich kommt. Und das wiederum führt dazu, dass jene (noch) unbekannte Stimmen aus Österreich, die wir eigentlich fördern wollen, es immer schwerer haben, es mit ihren Texten in die neue Ausgabe zu schaffen. Wir haben uns daher entschlossen, dass wir uns in Zukunft ausschließlich auf Stimmen aus Österreich konzentrieren wollen.
[LYRIKEMPFEHLUNG:]“HAUS OHNE TÜREN” von Andreas Unterweger
Kurzum: ich fand Unterwegers Lyrik dort am stärksten, wo sie sich nicht an etwas dranhängt, sondern wo sie sich an etwas aufhängt; nicht dort wo sie flatterndes Fähnchen oder Banner, sondern wo sie verstricktes, nach Luft ringendes Leben wiedergibt (oder ein Galgenmännchen zeichnet).
[REZENSION:] “Ich heiße Franz” von Veronika Wlasaty
Veronika Wlasaty, die Tochter vom Franz, hat nach seinem Tod 2021 dessen Aufzeichnungen gefunden und mit diesen als Grundlage ein wunderbares Buch gemacht.
